Monatsarchiv 02/2010

doch nichts geworden.

* admin - 28.02.2010 - 19:14 sortiert in Graz, das Leben, geclickt

Hatte es mir so schön ausgemalt: eigentlich wollte ich im März nach Hause fahren. Mit dem lidl-Bahn-Ticket von Graz nach Hannover. Für 66,00Euro mit dem Zug. Wäre günstiger als der reguläre Preis. Nur leider kann ich dieses Ticket nicht an einem Freitag nutzen. Und das wollte ich man eigentlich. Schade.Auch eine Sitzplatzreservierung online ist schwieriger als gedacht. Denn die Bahn würde immer gerne eine Zahlungsmöglichkeit haben. Ich kann ja nicht anklicken “schon beim Lidl bezahlt”

Nun checke ich grad für eine Strecke einen Flug. Nürnberg-Graz. Mal sehen was für Konditionen da zustande kommen. 

Morgen ist der große Tag. Morgen geht es los. Morgen geht hier die erste Vorlesung los. Nach den ersten Eindrücken vom Campus muss ich schon sagen, dass das hier alles recht modern ist. Zumindest erscheint. Auch die Lehr- und Lernangebote sind recht internetlastig. Alles was ein Studierender so braucht ist online. Jegliche Bescheinigungen kann man sich hier online ausdrucken. Auch die Vorlesungen und Veranstaltungen sind online zu bekommen. Da kann sich so manche Universität sicherlich eine Scheibe abschneiden. Morgen habe ich auch gleich im sogenannten virtuellen medizinischen Campus meine erste Pflicht-Veranstaltung. Innerhalb einer bestimmten Zeit ist für mich eine bestimmte Lernveranstaltung scheinbar freigeschaltet, die ich auch besuchen muss. Vielmehr auch klicken muss. Ich bin gespannt. 

nichts spannendes…

* admin - 27.02.2010 - 17:35 sortiert in unsortiert

Heute habe ich den Tag genutzt, einige Kapitel durchzuarbeiten. Und einige podcasts gehört.

Gestern abend war hier eine der legendären Parties. War nicht da. Habe wohl auch nichts verpasst. Glaube ich. Dafür bin ich um halb sechs von den weiterhin dröhnenden Bässen mal kurz wach geworden. 

Erledigt: 2. Portion von gestern

Lecker wars – obwohl abgegrabbelt

* admin - 26.02.2010 - 18:53 sortiert in unsortiert

Heute abend das erste Mal hier was gekocht, nicht immer diese Tütensuppen. Lecker wars. Nudeln mit Basilikumtomaten-Pesto. War gut. Nur kleine Unwegsamkeiten mussten überwunden werden. Da die Schalter des Herdes derart abgerabbelt waren konnte ich nur schlecht erkennen, welche Stufe der Hitze für den Topf eingestellt war. 

So wartete ich geschlagene 20 Minuten, dass das Wasser auch mal heiss wurde. Ein netter Mitbewohner aus dem Raum Stuttgart wies mich in die Heimlichkeiten ein.

Lecker wars. 

“I bin eua Grrraz Guide”

* admin - 26.02.2010 - 16:17 sortiert in Graz, das Leben

Heute war der welcome day des ERASMUS-Austausch-Programmes hier. Schon interessant, wo die alle herkommen: Slowakei, Mazdonien, Italien, Polen, Deutschland. Einige sind aus Gießen, Berlin oder Tübingen hier. Viele machen hier Praktika oder Famulaturen.

Nachdem ich nun endlich meinen Studentenausweis bekommen habe, bin ich auch gleich in die Blibilothek gelaufen. Um die Standardwerke zu ergattern.  Hat auch wunderbar funktioniert. Da auf dem Weg gleich eine Post war, habe ich einige Formulare an die Heimatuni geschickt. Wieder übrigens man sehr freundlich die Dame am Schalter.

Gegen 13.00Uhr war dann, inzwischen in immer stärker werdenen Regen und einsetzender Kälte, eine Stadtführung angesagt. Die Dame (i bin eua Grrraz Guide) hat alles gegeben. So etwas habe ich wirklich selten erlebt. Mit welchem Enthusiasmus, mit welcher Engergie diese vielleicht Anfang Sechzig toughe Frau uns Graz versucht hat, näherzubringen. Und immer fuchtelte sie mit ihrem Regenschirm umher. Als sie darstellte, wie die Soldaten (übrigens tragen die Schweizer Gardisten des Vatikan in Rom eine nahezu gleiche Tracht)  mit ihren Waffen und Lanzen früher gekämpft haben, schlug sie einem Passanten den Schirm fast auf den Kopf.

Einige Facts: Graz ist die zweitgrößte Stadt Österreichs, die Hauptstadt der Steiermark und hat fast 300.000 Einwohner. Im Sommer, wenn die fast 40.000 Studenten nicht in Graz sind, soll es sehr ruhig sein in der Stadt. 

Memo an mich, wenn eine ordentliche Kamera vorhanden! Fotomotive könnten sein: Murinsel, Schneemann im Innenhof des ehemaligen Jesuitenklosters, Graz by night (per available light), der Park, die Zwillings-Wendeltreppe (oder hier),  der Uhrturm (das Grazer Wahrzeichen, laut Grrraz-Guide auf jedem “Silberlöffel oder auf jeder tasse zu finden”) oder das Kunsthaus Graz (“friendly alien“). Es lohnt sich wirklich durch einige Hofeinfahrten zu gehen, um zu einem der mehr als 50 Innenhöfe zu gelangen. dort sind im Sommer immer Spektakel wie Theater und Jazz. 

Die Fahrrad-Zeit nach downtown zum Rathausplatz dauerte nicht mal 10 Minuten. Der Weg zurück war man etwas beschwerlicher, denn der Regen maltretierte meine ohnehin schon nasskalten Hände extrem.  Das Quecksilber zeigt aktuell knappe sechs Grad an.

“Jeden Tag mußte die Fahrt neu organisiert werden…”

* admin - 25.02.2010 - 14:58 sortiert in Graz, das Leben, fragwürdig, gelesen

Der Titel trifft auf mich bezogen weniger zu. Eine Nachricht aus der Heimat, genauer von einem Verwandten ersten Grades, ließ mich dann doch ein wenig schmunzeln. Die anfänglichen Probleme hier stellen sich als recht gering dar. 

Nur so einige Passagen, ohne mehr zu nennen: 

“Ghana war ein Survival-Tripp. Kein öffentlicher Nahverkehr und die Unterkunft ca. 30Km vor der Hauptstadt. Jeden Tag mußte die Fahrt in die Firma neu organisiert werden (Taxi, Mitfahrer, an die Straße stellen.) Jede Bretterbude mit 5 Konservendosen nannte sich Supermarkt.”

oder:

“In der zweiten Unterkunft (Jugendherberge) ca. 8qm und kein Fenster (dafür Top Lage , nur 100m von der Tower Bridge).”

oder

“Im nachhinein, wenn sie wieder zurück sind, werden solche Erlebnisse dann belacht. Andere Länder, andere Sitten (Standards)”

 

Danke an den Schreiber für diese Worte. Da kann ich wirklich zufrieden sein. Und nicht nur weil ich hier ein Fenster habe. Oder den Supermarkt direkt vor der Tür. Oder eine Bushaltestelle vor der Tür. ;-)  

“Des hoab i gestern scho gmoacht”

* admin - 25.02.2010 - 14:40 sortiert in Graz, das Leben

Die Putzfrau auf dem Flur, der morgens komischerweise immer so leer und so ruhig ist. Ob die alle noch schlafen? Sind ja Studenten. Oder schon alle in der Uni? Sind ja Studenten. Die Reinigungskraft tat sehr geschäftig, auch beim ersten Grüßen meinerseits wenig bis keine Reaktion. Dann habe ich mir alle Kraft zusammengenommen und sie einfach mal gefragt, ob ich etwas Putzmittel und ein Paar Handschuhe von ihe bekommen könnte. Schnurstracks folgte sie mir zu meinem Schweizer Bankschließfach. Als ich es öffnete: Oha! so weiß und so rein. Nahezu in der Farbe einer leichten Schneeflocke strahlte mir dieses Fach entgegen. Sie meinte dann nur kurz: “Des hoab i gestern scho gmoacht”

Kurz darauf habe ich “mein” Schließfach eingerichtet. Man nehme dreilagige Alufolie, forme diese zu einer schalenähnlichen Konstruktion und lege eine Tüte darüber. Eine kleine Plastikbox soll zusätzlich den Kontakt zur Außenwelt des Innenlebens des Schließfaches verhindern. Gegen die Geruchbildung der Nachbarschließfächer nutze man luftdicht verschließbare Dosen eines amerikanischen Plastwarenherstellers. 

Gestern abend fiel mir auf, dass dieser Raum hier sicherlich die Größe eines Haftraumes haben könnte. Waschbecken, Tischchen, Bett. Das ist zumindest immer das, was man im Fernsehen so sieht. Vorteil: ich kann raus, wann und wie ich will. Weitere Nettigkeit: ich habe Internet. die Menschen in Haft wohl aus verständlichen Gründen weniger. Es macht einen schon nachdenklich, wenn man sich in die Situation eines Inhaftierten versetzen würde. Diese räumliche Enge ist schon belastend. Ich versuche, nicht daran zu denken. Andererseits haben Refugien wie Klöster ja bekanntlich auch weniger an Ablenkung. Gut, die haben wahrscheinlich auch kein Internet und auch keine Pad-Kaffeemaschine? Ich weiss es nicht. 

Zum Frühstück gab es übrigens Dinkel Apfelweckerl. Im Doppelpack für 1,70Eu. Etwas pappig, da vom Morgen des Vortages. Aber den Toaster wollte ich mir noch nicht anschauen. 

Man merkt, ich lebe mich hier so langsam ein. Also vielmehr merke ich das. Auch wenn die Nutzung des Schreibtisches mit den altmodischen Bildungsmaterialien wie Bücher statt Notebook etwas Platzierungs- und Organisationsgeschick erfordert. Ich habe gestern schon angefangen einige Kapitel zu bearbeiten. Mal sehen, wie das hier so weiter geht.

Heute nachmittag war ich dann noch mal einkaufen, um meinen Vorrat aufzufüllen, mit den wichtigsten Nachrungskomponenten. Anderes habe ich luftdicht verpackt. Ich glaube die Spurensicherung der Kriminalpolizei arbeitet auch so, zumindest was die Aservation der verdächtigen Spuren angeht.  Um meinen zwischenzeitlichen Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Ballststoffen zu sichern habe ich mir dann mal eine Obstschale angelegt. Fotografisch ein durchaus interessantes Motiv, wenn auch meine technischen Bedingungen hier eher eingeschränkt sind. In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass ich sehr bewußt einkaufe. In Hinsicht auf Preis und Nahrhaftigkeit. es sind eher die Vollwertprodukte. Wenig Tütenkrams. Das nur mal so am Rande bemerkt.

Kleiner Rundgang

* admin - 25.02.2010 - 12:48 sortiert in unsortiert

Hier einige Impressionen – ganz unkommentiert ….

 

 

 

 

 

Die Unterkunft von außen betrachtet

 

sich im Kreis drehen

* admin - 24.02.2010 - 15:35 sortiert in das Leben

Auch wenn schon fast alles einen Platz hier hat, die zwischenzeitlich notwenidige Abstellfläche ist auf ein Minimun reduziert. Da habe ich was in der Hand, drehe ich mehrfach im Kreis und wieder zurück ohne jedoch das Ding abgelegt zu haben.

Und scheinbar stehe ich immer im Mittelpunkt dieses Zimmers hier. Jedes Mal stoße ich die an der Decke hängende Lampe. 

 

Freundlichkeit

* admin - 24.02.2010 - 15:32 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Dass die Österreicher freundlich sind, habe ich ja schon feststellen dürfen. Dass aber der Brötchenkauf heute morgen eines Kunden schon fast an die Grenze des devoten Verhalten ging, hat mich dann doch fasziniert. Im Supermarkt nebenan. An der Wursttheke lauschte ich der Plauderei der Verkäuferin mit dem Kunden. In jedem Halbsatz, fast jedes Wort war ein “Bitte, danke” oder “sehr gern” oder “Danke, gern”. Nicht dass es mich stären würde, jedoch ist es etwas ungewohnt. Ich lass mich einfach mal daruf ein.

Eben in diesem Supermarkt wollte ich ganz banale Handtuchhalter oder Haken kaufen. Die gab es nicht. Also Memo an mich: “Haken für Handtuch” Stattdessen habe ich mal ganz spontan einen Abflußreiniger gekauft. Einfach so. Denn der Abfluss von Wasser bei meinem Waschbecken zog sich in den letzten Tagen über mehrere Minuten hin. Jedesmal. Auch das Haushaltsmittel, heißes Wasser auf dem schicken Wasserkocher aus der Heimat brachte man keinen Erfolg. Jetzt brodelt der Abflussreiniger hier im Waschbecken. Mal sehen, ob es klappt. Gegen den Muff aus undefinierbarem vielem,  hier im Zimmer habe ich ein Duft- und Raumspray erstanden. Schön. Jetzt habe ich das Gefühl in einer Lemonenplantage zu sitzen.

Dann ist heute mein Radl angekommen, der freundliche “Kaiser” rief an und verkündete die frohe Botschaft. Ich nutzte mein neues Gefährt gleich, um mich bei der Uni zu melden. Einige Unterlagen abzugeben und die Zugangsdaten für das Onlinesystem der Uni zu bekommen. Ob ich mir nun noch weitere Schlösser für das Radl zulegen werde, muss ich mal schauen. Wahrscheinlich werde ich das Ergebnis dieser Überlegung erst im worst case erleben. Für die knapp 40 Euro inklusive Schutzverpackung (entsprechend einer übergroßen Tüte eines schwedischen Möbelhauses, das Möbelstücke mit Namen benennt) ist das Radl in einem sehr guten Zustand.

Das Wetter ist hier übrigens sehr angenehm. Eine fast schon frühlingshafte Frische durchzieht das Städtchen. Satte 12 Grad sind es hier. Die Sonne schaut ab und zu auf die Straßen und Gassen. Dank Internet konnte ich feststellen, dass es in der Heimat wohl wieder nahe dem Gefrierpunkt ist und der Schneefall die Autofahrer wieder zum Wahnsinn treiben würde.

Ein gewisses Gefühl an Heimat machte sich heute auch noch breit: ich lebe hier in der Einflugschneise der Rettungshubschrauber und in der scheinbar Hauptverkehrsstrasse für diverse Rettungsmittel zum Landeskrankenhaus.  Nachteil: das scheint hier auch eine der Hauptverkehrsstraßen für die zivile Bevölkerung zu sein. Der Autolärm auch bei geschlossenem Fenster ist schon recht laut.

Mein Mittagessen war was ganz exotisches. Ich habe mir die Überrste aus dem Schweizer Bankschließfach warm gemacht und genossen. Nein! Natürlich nicht. Exotisch war die Tütensuppe vom Suppenhersteller mit dem K im Namen  schon. Chinesiche Nudelsuppe.

Käse

* admin - 24.02.2010 - 13:35 sortiert in Graz, fragwürdig, geclickt

…sollte ich hier wohl nicht essen ?!