Monatsarchiv 03/2010

Orte voller Bedeutung. Jede Milchkanne

* admin - 28.03.2010 - 17:21 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, fragwürdig

Szrahlende Sonne. Schneebedeckte Berge. Die Spitzen zum Teil von Wolken eingenommen. Im Zug von Graz nach München hatte ich nahezu an jeder kleineren und größeren Milchkanne die Möglichkeit aus dem stehenden Zugfenster zu schauen. Meine Route:

Graz – Leoben – St.Michael – Rottenmann – Selztal – Liezen – Stainach – Schladming – Radstadt – Bischofshofen -Werfen – Golling-Abtenau – Hallein – Salzburg – Freilassing – Traunstein – Prien (Chiemsee) – Rosenheim – München.

Also durchaus Orte und Städte mit hoher Bedeutung.

Fast sechs Stunden dauerte die Fahrt. War recht anstrengend. Kurz hinter Schladming (dem Ski-Urlaubsort meiner damaligen Mitschüler) stieg eine achtköpfige Manschaft ein. Deich-Carving-Team. Scheinen aus der Gegend um Oldenburg zu kommen.  War eine lustige Truppe. Scheinbar zwei Brüder und zwei Schwestern, die sich gegenseitig geheiratet haben (also überkreuz, natürlich). Ein Junge im Schulalter und ein größerer, vielleicht 17 Jahre. Und ein kleiner Bub. So eineinhalb Jahre alt.

Die waren alle über das Abteil verteilt. Neben mir saß übrigens eine Medizinstudentin, jüngeren Semesters. Thema war dann irgendwann die Anatomie der Schulter und des Rückens. Also unsere Skifahrer-Familie war wie gesagt ganz lustig. Immer dieser platt-deutsche Akzent. Sehr nett. 

In jedem Fall ruhte oder vielmehr schlief der eine Mann. Seine Frau war wohl Frieseuse, weil sie immer von einem Salon sprach. In der Reihe auf der anderen Seite, war eine der beiden gleichaussehenden Schwestern bei der Post. Denn die konnte relativ genau beschreiben, wie sich ein Postbote fühlt, wenn ein Wauwau seinem Auftrag, ein Grundstück zu bewachen, nachkommt. 

Also die Friseuse vor mir schien diese Reise organisiert zu haben. Und schon eine Stunde vor München Hauptbahnhof brachte sie alle durcheinander.  “Gleis 15, Wagen 37″ sagte sie jedem aus dieser Reisegruppe. Immer wieder. Und sie ließ es auch immer wieder von alles wiederholen. Die war ganz schön aufgeregt.

München-Ost ist der Halt vor München-Hauotbahnhof. Unsere reissbegleitende Friseuse scheuchte alle auf. Verteilte die neuen Tickets und Reservierungen. Riss die Taschen aus der Ablage. Beutel mit Skischuhen. Koffer. Ihr Mann schlummerte immer noch. Dachte ich. Eigentlich dachten das alle. Denn auch auf Anrempeln seiner schlecht blondierten Frau kam er nicht aus seiner ruhend sitzenden Position. Plötzlich stand er auf. Ganz ruhig. Seine massige und fastschon braunbärenartige Statur beeindruckte mich und ließ mich weiter in meinen Sitz rutschen. In ruhigem aber sehr bestimmten Ton teilte er seiner solariumsblodnierten Friseusen-Frau mit, dass jetzt aber mal “Ruhe” sei und  “es ihn” und sicherlich “auch die anderen” etwas “ankotze”, dass sie “hektisch” sei. Offener Mund. Erstaunter Block. Sie war sprachlos. Nahm ihre Tickets und das Gepäck und schlenderte zum Ausgang.

Die Fahrt von München nach Hannover im ICE “Zugspitze” war wenig spektakulär. Kurz vor Kassel wurd allerdings bis Göttingen am Nachbartisch gekniffelt. Also jedes Mal wenn die Würfel in diesem Würfelbecher geschüttelt wurden, zuckte ich innerlich zusammen und hielt inne. Dass der Aufprall des Bechers und der Würfel auf dem Tisch das gesamte Abteil nerven würde. 

Immerhin hatten wir nur zehn Minuten Verspätung, was aber dem Anschlusszug aus Stuttgart in Göttingen zuzuschreiben war. Beide durch mich überschaubare Abteile waren pickepacke voll. Auf den Gängen standen die Leute und Reisenden. Es war heftig. 

Ich war übrigens mal wieder froh, eine Reservierung für meine Plätze zu haben. 

Kaputten Hintern und defekter Rücken

* admin - 25.03.2010 - 13:36 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Hatte heute mal wieder ein Seminar. In einem kleine Hörsaal der Pathologie. Ein richtiges kleines schnuckeliges Auditorium. Sehr nett. Beigeisternd fand ich schon die Sitzgelegenheiten. Von hinten in den Saal kommend sah das alles aus wie in einem Zirkuszelt. Diese Tribüne.

Das Sitzen allerdings war weniger wie in einem Zirkus. Die Schreibfläche, oder die Tischbank, war sinnigerweise nur wenige Zentimeter breit. Und dann auch noch in einem derart ungünstigen Winkel, dass ein Schreiben unmöglich war. Weil alles so eng und total unbequem war, hatte ich nach fast 90 Minuten Lehrveranstaltung (ging um Schilddrüsen-Carcinome und die Tumorklassifikationen) wie zu erwarten auch noch Rückenschmerzen. Hintern tat auch weh. Vom Rücken ganz zu schweigen. Meine Füße spürte ich nicht mehr. War ja auch eng. Konnte mich ja man auch nicht bewegen. 

 

Ach übrigens: das Waschbecken funktioniert wieder. Ein netter Mensch war während meiner Abwesenheit da und baute mit einen neuen Abluss ein. Läuft. Auch ab. 

Waschen im Keller

* admin - 25.03.2010 - 09:24 sortiert in Graz, beobachtet

Heute sollte der große Tag sein, endlich mal wieder Wäsche waschen zu können. Noch sausen die Kleidungsstücke in der Maschine. Unten im Keller.

Ging schon damit gut los, dass ich eine ungültige quickcard hatte. Das ist hier dieses Ding, womit die alles bezahlen. Eine aufladbare Geldkarte eben. Meine Karte wurde gar nicht gelesen. 

Meinen Zeitslot von 08.00 bis 10.00Uhr musste ich mit einer Maschine heller Wäsche ausnutzen. Habe nach dem Waschen sinnvollerweise, die Wäsche in zwei Trockner verteilt. Hoffe nur, dass “schranktrocken” nicht auch “schrankpassend” sein wird. 

So Wäsche ist fertig. Handfeucht. Nun doch wieder die Wäscheleine spannen und aufhängen. Denke, dass es nicht allzu lange dauert, bis die Sachen fertig sind. 

Memo wieder an mich: Mehr Waschtermine buchen und dafür weniger Wäsche waschen. Dann geht das auch mit dem Trockner. 

 

Waschbecken defekt

* admin - 24.03.2010 - 10:10 sortiert in Graz, fragwürdig

Gestern abend musste ich feststellen, als ich mal wieder den Abfluss freimachen wollte, dass Wasser aus dem Abfluss auf den Boden tropft.

Der freundliche Kaiser notierte alles in seiner Portierloge und meinte, dass entweder heute oder morgen jemand käme. Na, da bin ich ja mal gespannt. Schon nervig, wenn man jedesmal zum Händewaschen quer über den Gang laufen muss.

Handeln wie im Knast

* admin - 24.03.2010 - 10:07 sortiert in Graz, das Leben, gefunden

Heute kam wieder ein Paket an. Der Kaiser rief an und teilte mir wieder mit, “doa is a Packerl für Sie doah!”

Dass es die Überprüfung und Sicherheitskontrolle überstanden hat, wundert mich ein wenig. 

Inhalt: 

Nachschub für meine Pad-Kaffeemaschine

2x Pudding

Pesto

Schokolade in diversen Geschmacksrichtungen und Ausführungen

Weingummi (allerdings nicht diese Dinger, die sich die Klum zwischen die Zehen stopft…)

Pumpernickel

Tütensuppen

Motivations-/ und Durchhalte-Kalender

 

Zur Not sollte ich was “als deutsche Feinkost gewinnbringend an die anderen verkaufen”. Sag das liebe Schwesterchen. Mach ich aber nicht! 

Danke! Habe mich sehr gefreut

 

Anmerkung: irgendwie kann ich das Bild nicht drehen. Zur Not beim Betrachten Kopf neigen oder Monitor kippen ;-)  

 

Kaum zu glauben…

* admin - 23.03.2010 - 16:51 sortiert in fragwürdig, gefunden, gelesen

Habe heute eine Meldung der Polizei gelesen und bin fast vom Glauben abgefallen.

So etwas hätte es bei uns nicht gegeben. 

   Hannover (ots) – Gestern Abend, gegen 20:35 Uhr, haben ein
14-Jähriger und sein 13-jähriger Freund an der Odenwaldstraße
(Sahlkamp) eine 58 Jahre alte Frau mit einer ungeladenen Softairwaffe
bedroht und Geld geraubt, während drei weitere Kumpel (12, 13 und 14
Jahre) zusahen. Die Polizei hat alle fünf ermittelt.

   Das Opfer war auf dem Weg von der Bushaltestelle “Bahnstrift” nach
Hause gewesen, als der Haupttäter (14) von hinten an es herantrat und
Geld forderte. Nachdem sich die 58 jährige Frau umgedreht hatte,
erkannte sie, dass eine Schusswaffe auf sie gerichtet und der zweite
Täter (13) dazu gekommen war. Nach weiteren Drohungen händigte sie
schließlich ihr Münzgeld aus, woraufhin die beiden Täter flüchteten.
Eine Polizeistreife konnte den Haupttäter bei der Fahndung kurz
darauf vorläufig festnehmen und auch seinen 13-jährigen Freund
ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass drei weitere Jungs (12, 13
und 14 Jahre) in der Nähe gewartet und bei dem Raub – möglicherweise
handelte es sich um eine Art Mutprobe – zugesehen hatten. Die
Minderjährigen wurden im Anschluss an die Erziehungsberechtigten
übergeben.  [via ots]

 

Eben beim Einkauf

* admin - 22.03.2010 - 12:12 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Als ich beim gegenüberliegenden Einkaufsmarkt, einem Diskounter, an der Kassa (so heisst das hier) stand musste ich voller Entsetzen eine Angestellte beobachten. Irgendwie tat sie mir leid. Hektische Schritte. Schnelle Handlungen. Gehetzter Gesichtsausdruck. Sie verstaute nur neue Waren in Regalen. Mit ihrem panischen Blick zog sie meine Anwesenheit auf sich. Ich möchte nicht wissen, unter welchem Druck die stehen. Wer ihnen vor allem den Druck macht.

Junge in der Küche. Oder wie junge Männer alleine kochen müssen.

* admin - 19.03.2010 - 20:36 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Ich will von mir nicht behautpten, dass ich der Starkoch vom TV bin. Aber die Grundlagen der Küchenkunst beherrsche ich. Sicherlich kann ich einen ganzen Monat eine unterhaltsame und täglich wechselnd warme Mahlzeit erstellen.

Was ich heute abend mal wieder in der sozialistisch anmutenden Gemeinschaftsküche erlebte, ist der helle Wahnsinn. 

Stellen wir uns einen jungen Mann vor. Student logischerweise. Wohl noch jünger. Machte zumindest den Anschein. Hagerer Typ. Turnschuhe, Jeans, Pullover. Dunkle Haare, vielleicht einssiebzig groß. Einer von der stillen Fraktion.

Ich wollte nur meinen Kram des Tages abwaschen und einige Nudeln mit Pesto kochen. Sollte schnell gehen. Wasser aufsetzen. Kochen lassen. Nudeln rein. Abgießen. Pesto rein. Fertig. Denkste!

Beim Betreten der Küche schaute ich voller Entsetzen auf seine klebrig gelben Finger. Irgendwas mischte er in einem Topf. Ich wusch mein Geschirr ab. Drehe mich um und sehe diese Pampe nun auf einem Brettchen liegen. Gelblich, mit einigen Fragmenten von Kost. Ein ganzer Haufen. Lichter-Junior stocherte erst in zwei Würsten herum. Die lagen in der Pfanne und sollten wohl durch die kleine Wärme, also keine Hitze, wie in einem Solarium braun werden. Er hat die bestimmt nicht mit Lichtschutzfaktor eingecremt. Aber seine Würstchen brutzelten so langsam vor sich hin. Zaghaft piekste er sie. Tat denen bestimmt weh. Dann ein weiches Stochern in der Pampe. Dem Haufen. In dem Topf, wo der Haufen wohl warm gemacht wurde, war nun Wasser. Ob der fast kochende wässrige Inhalt das Abwaschwasser war, wollte ich ich nun nicht fragen. Sah aber so aus. 

Nächster Arbeitsschritt. Wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in seinem Leben Kekse backen durfte stand er nun da. Die gelbliche Masse wieder zwischen seinen Fingern. Verzweiflung. Mit einer Gabel und dem Messer in der anderen Hand schabte er diese teigähnlichen Partikel ab. Während ich mich meinen Nudeln widmete staunte ich nicht schlecht, dass inzwischen fünf oder sechs Bälle, ja fast schon Schneebälle, im Abwaschwasser schwammen. 

Das kann ja noch was werden. Dieses Schauspiel war so was von faszinierend, dass ich doch tatsächlich den Herd zwei Stufen kleiner gestellt habe. Soll ja nichts überkochen. Stattdessen schaute ich dem Jüngling zu. Fein säuberlich und ohne sich stören zu lassen gabelte er eine krautähnliche Kost aus einem Glas in die Pfanne. Was soll das hier werden, fragte ich mich. Mit einer filigranen Inbrunst, fast sortierend ordnete er die Krautfäden zu den beiden nun schon dunkler werdenen Würsten. Also einseitig dunkler. Denn der junge Mann hatte vergessen, die Bratwurst mal zu wenden. Jetzt roch er es wohl auch. Es machte sich ein geschäftiges Treiben bei ihm breit.

Cool nahm er den Spülwassertopf von der Herdplatte. Das ohnehin schon schaumig aussehende Wasser blubberte und brodelte nun. Nebenbei versuchte er aus einer dieser kleinen Ketchup-Tütchen den Inhalt herauszupressen. Hat er geschafft. Schüchtern kam er wieder auf den Herd zu. Drehte noch mal das Kraut liebevoll in der Pfanne. Liebkosend piekste er noch mal die Würstchen. Jetzt galt seine volle Aufmerksamkeit den gelben Schneebällen im Abwaschwasser. Nach welchen Kriterien er den finalen Zustand entschied, weiss ich nicht. Ein Lächeln huschte über seine Lippen. Er goss das Wasser ins Waschbecken. Meiner Meinung nach gehörte das da auch hin. Wollte ich ihm aber nicht sagen. 

Ebenso vorsichtig wie zaghaft drapierte er sein Essen auf dem Teller. Zwei Würste. Neben die rote Flüssigkeit aus den Minitütchen. Das warme Kraut und die gelben Schneebälle

Was es bei ihm zu speisen gab, konnte ich auch nach reichlicher Überlegung nicht nachvollziehen. Es hat ihm sicherlich geschmecht. Hoffentlich. 

Kleiner Witz am Rande…

* admin - 18.03.2010 - 14:38 sortiert in das Leben

Verkäufer: “Zahlen Sie in bar?”

Käufer: “Nein, in atü…!”

 

… also ich habe mich nicht mehr eingekommen. Bei diesem Joke. Ist von mir. 

Geplatzer Reifen

* admin - 18.03.2010 - 14:35 sortiert in das Leben, fragwürdig

Habe eben eine nette Geschichte gehört:

An einer Hannoverschen Tankstelle pumpen die Eltern häufig die Reifen von Kinderwagen auf. Da die wenig technik-affinen Eltern nicht mit der Luftzapfsäule umgehen können, platzen auch mal die Reifen.

Die Kinder sitzen dann natürlich noch im Kinderwagen.