Monatsarchiv 03/2010

Wieder dahoam?

* admin - 16.03.2010 - 22:03 sortiert in Graz, das Leben

Alleine in einem Abteil. Von Hannover bis Fulda dürfte man eigentlich keiner dazu kommen. Eineinhalb Stunden hier vor und neben mir fünf freie Plätze. Ich am Fenster. In Fahrtrichtung. Die Landschaft der Felder saust an mir vorbei. Die große Wochenzeitung vor mir auf dem Tisch. Jetzt fehlt eiegntlich nur noch eine schöne Tasse Kaffee. Ah da kommt sie ja.Und gar nicht teuer. “Zwosiebzisch bidde!”

Lustig. Faszinierend. Die U-Bahnen in Nürnberg fahren ohne Fahrer. Am Flughafen angekommen, fand mich die Dame nicht auf der Passagierliste. Einfach mal die richtige Flugnummer eingeben und alles ist schon ok. Vor der Sicherheitskontrollen war der Flughafen geradezu leer. Nach den Kontrollen hatte man das Gefühl, an einem der Urlaubsflughäfen zu sein. So was von voll. Unglaublich. Wo wollen die denn alle hin? Zumindest habe ich einen Platz in zweiter Reihe. Dann kann ich den Chef ja mal zur Hand gehen. Und mal sehen, ob wieder applaudiert wird. Wenn die Landung erfolgts ein wird. Ob die auch beim Busfahrer in fretetische Begeisterungsstürme ausbrechen? Bei jedem Halt an jeder Bushaltestelle.

Und sie haben geklatscht. Peinlich.

Wieder in meinem Gemach der wenigen Quadratmeter angekommen. Machte sich da ein Gefühl von Heimat breit? Zumindest ist der Blick aus dem Fenster ein vertrauter.

Sprachbarrieren: Magistraliterrezept

* admin - 13.03.2010 - 20:00 sortiert in Graz, fragwürdig

Mal wieder etwas Medizinisches. Was ist ein Magistraliterrezept? Ich dachte immer, das ist was ganz besonders wichtiges. Etwas, was nur die Magistratur ausstellen kann. Die Verwaltung oder so.

Ein Magistraliterrezept ist nichts anderes als ein Rezept, auf dem der Arzt dem Apotheker schreibt, welche Ingredenzien er zu welchen Anteilen wie  zusammenmixen soll. Wenn also Salben oder Tunkturen angefertig werden müssen, die als fertiges Präperat nicht verfügbar sind.

Allein dieser Name lässt mir schon die Zunge im Munde zerbrechen. 

Killekille

* admin - 13.03.2010 - 15:55 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, erinnert, fragwürdig

Es war das große Ereignis, das ich schon gespannt erwartete. Die Bahnfahrt in die Heimat.

Mit dem Bus zum Bahnhof in Graz, ein eigentlich ganz netter und vorallem sauberer Bahnhof. Als ich meinem reservierten Platz in dem Zug nach Linz aufsuchte, musste ich ein junges Mädel bitten, von diesem aufzustehen. Gut, es war nicht so überfüllt der Zug, aber wenn ich schon die Reservierungsgebühr bezahle, dann will ich das auch voll auskosten. Die beiden Mädels, scheinbar Studentinnen. Von der Bauart Rasterzöpfe, Piercings durch die Nasenwurzel. Ok, jeder und jede nach eigener Weise. Knappe drei Stunden dauerte die Fahrt durch die dunkle schneebedeckte Landschaft der Steiermark.

Schnell in Linz dann rüber in den Nachtzug nach Hamburg. Keine neun Minuten blieben mir. Mit Tasche quer durch den Bahnhof. Angekommen, Wagen gefunden. Abteil gefunden. Platz gefunden. Besetzt. Hmmm, dachte ich mir. Das geht ja gut weiter. Aber das junge, wohl Pärchen machte keine Anstalten und wechselte den Platz. Hier sollte ich nun länger bleiben. In diesem Sechser-Abteil hatte ich in Fahrtrichtung am Gang, also an der Tür meinen Platz.

Schauen wir uns doch einmal die Charaktere an: 

Platz (Gang, gegen die Fahrtrichtung): Aktuell noch Studentin, hatte keine Reservierung. 

Platz (Mitte, gegen die Fahrtrichtung): Fast 60-jähriger Mann, wohl polnischer, russischer oder ähnlicher Herkunft. Sah mit seinem Basecap aus wie ein Teddybär. 

Platz (Fenster, gegen die Fahrtrichtung): Alterbativ angehauchte, Rucksackreisende.

Platz (Fenster, in Fahrtrichtung): Junge Frau, unauffällig. Lediglich ihren silbernen Glitzerstern im Haar, billig aussehend, musste ich immer aus den Augenwinkeln fixieren. 

Platz (Mitte, in Fahrtrichtung): ca 40-jährige Frau, ebenfalls unauffällig. Las ein ausländisches Buch. Lesezeichen war ein Dreifach-Passbild eines Kindes. Wie sich später herausstellte: “Ik fahren zun erste Mal mit Zug. Dahe ik haben so viele Panik”

Platz (Gang, in Fahrtrichtung): Sympatischer Student, charmant, gutaussehend. Also ich. 

 

Man muss ich ja arragieren, in dieser Zweckgemeinschaft. 

Nicht einmal ganz aus dem Bahnhof Linz herausgefahren, scharchte es schon neben mir aus der Kopfstütze. Es war die Panikerin. Der Teddybär saß die ganze Zeit aufrecht, seine Beine aufgestellt und auseinander. Die Mütze hatte er inzwischen abgesetzt. Das Telefon, steinzeitlicher Art, war nun sein Speilzeug. Die Alternative am Fenster hinten las gedankenversunken in ihrem Buch. Verschlang innerhalb von drei Minuten eine quadratisch, praktisch, gute Schokolade. Ich habe auf die Uhr geschaut.

In Passau stieg die Unauffällige mit dem Glitzerstern aus. Stattdessen kam später ein hektischer Mann den Gang herunter. Rollkoffer und Aktenkoffer. In unser Abteil geschaut. Etwas unkoordiniert seinen großen Rollkoffer in die Ablage legen wollen. Geht nicht. Dann den kleinen Koffer. Passt. Dann nahm er Platz auf dem Platz des Glitzersterns. 

Kurz nach Ausfahrt aus dem Bahnhof Regensburg kam dann das Schnarchmäulchen herein. Sie setzte sich mir gegenüber, auf den Platz der Studentin. Die erneute Fahrscheinkontrolle gegen 02.00Uhr weckte alle wieder, die versuchten ein wenig zu schlafen. Ich döste mehr. Der Aktenkoffer-Mann wurder vom Schaffner ermahnt, dass doch bitte keine Koffer auf dem Gang stehen sollten, es sei ein Fluchtweg. Das hätte ich dem Aktenkoffer-Mann und Schnarchmäulchen auch vorher sagen können. Habe ich aber nicht. Vielleicht hätten sie beide selbst auf die Idee kommen können. Denn in fast jeder Kurve fiel einer der Koffer um und versperrte den Gang. Nach einigen Diskussionen zwischen Aktenkoffer und Schaffner zog der Kunde von dannen. Wohin weiss niemand.

Es kehrte wieder Ruhe ein. Ich schlief wohl noch ein wenig. Jedes Mal, wenn ich wach wurde, huschten die Lichter der kleinen Ortschaften am Fenster vorbei. Lichter und Scheinwerfer von Fabriken und Firmn erhellten das Abteil für einen Bruchteil eines Augenblickes. Die Fahrt an sich war ruhig. Ein schnurrendes und ganz feines Vibrieren schaukelte wohl jeden hier in den Schlaf. Zu fünft in unserer Bleibe baute sich jeder sein Nachtlager. So richtig sitzen konnte ich nicht. Mein Fahrgestell konnte ich auch nicht ausfahren, weil der Koffer von Schlafmäulchen vor mir stand. Es fehlten eigentlich noch die Hühner und eine Kuh. Dann hätte das alles auch noch was cooles, was exotisches gehabt. 

Teddybär zog sich die Schuhe aus. Das Dickerchen in der Ecke am Fenster legte sich zurecht und döste wohl auch.  

Zwischenzeitlich beobachtete ich die Schlafenden weiter. Teddybär schob seine Beine jetzt auch mal nach vorne aus. Schnarchmäulchen machte einen zufriedenen Eindruck. Ihre Augen hinter der glasbaustein anmutenden Brille waren geschlossen. Den Kopf leicht nach hinten geneigt, sah die vielleicht 40-jährige, blonde, leicht dickliche Frau friedlich aus. Jetzt kam mein medizinischer Blick wieder dazu: Frau, circa 40 Jahre, Blond, im gebährfähigen Alter, adipös. Na. Die wird sicherlich irgendwann man mal Gallensteine bekommen. 

So richtig wach wurde  ich, als Schnarchmäulchen mir ihre weissen Tennissöckchen an meinen Oberschenkel legte. Im Schlaf natürlich. Ganz unbeabsichtigt. Auch der Teddybär schob nun seine grau besockten Füße auf den ihm gegenüberliegenden Platz. Fast in das Gesicht von der ausländisch Träumenden, die sich auf dem beiden Plätzen neben mir breit gemacht hat und nun wohl seit einiger zeit quer über beide Plätze zur Fahrtrichtung lag.

Jetzt ging gar nichts mehr. Ich holte meine Schwarzbrot-Stullen heraus und machte Brotzeit. Ob jetzt nun mein Aroma von Käse, Putenbrust und Schwarzbrot das Abteil stören könnte, war mir auch egal. Störte irgendwie auch keinen. 

Wir fuhren in den Bahnhof Göttingen ein. Aha! Die Ankunft in der anderen niedersächsichen Universitätsstadt verzögerte sich wohl um dreissig Minuten. Das ließen die Anzeigetafeln verkünden. Also planmäßige Ankunft in der ehemaligen EXPO-Stadt wohl ausgeschlossen.

Der Zug fuhr weiter. Kurz hinter Göttingen klinelten fast gleichzeitig drei Wecker von Mobiltelefonen. Clever. Da für ca 06.13Uhr die Ankunft in Hannover geplant war, wollten die alle sich noch mal schnell fertig machen. Ich war ja nun wach und erlaubte mir einen Spaß. Wo sind wir? Gleich in Hannover? Nein, meinte ich. Gleich in Hamburg. Panik. Unruhe. 

Fairerweise klärte ich alles auf. Die letzten Toilettengänge. Meine Thrombose-Prophylaxe hatte ich schon vorher gemacht: viel trinken, Muskelpumpe durch Heben und Senken der Füße im Stand und den Gang mal hoch und mal runter laufen. 

Plötzlich Hektik. Die anderen vier rissen auf einmal ihre Taschen, Jacken und Koffer herunter. “Hannover!” schrie jemand. Alle raus. Dieser Spuk dauerte vielleicht ein, maximal eineinhalb Minuten. Während ich Deckung suchte, erhaschte ich einen Blick. Hannover-Messe, Bahnhof Laatzen. Cool und routiniert machte ich mich bei der Durchfahrt beim Bismarckbahnhof so langsam ausstieg-fertig. 

Memo an mich: Nächstes Mal bei Tennissöckchen in meinem Nahbereich. Killekille machen.

Sprachbarrieren: Patschen

* admin - 12.03.2010 - 20:00 sortiert in Graz, fragwürdig

Patschen kenne ich eigentlich in einem anderen Zusammenhang. Die Feuerwehr wird mancherorts in Deutschland als Patschen bezeichnet. Das kommt aus der alten Zeit, als die Feuerwehrleute nich keine Schläuche hatten und vieles, besonders Flächenbrände auf Wiesen mit einer Patsche ausschlugen. Heute wird die Patsche immer noch verwendet. Allerdings der Begriff auch als wenig freundliche Bezeichnung der Blauröcke.

In Österreich sind Patschen etwas anderes. Der Ösi nennt seine Hausschuhe liebevoll Patschen. Oder den Reifen seines Autos oder Radls, wenn der Kontakt zu einem Nagel zu intensiv war. Ein Patschenkino ist nicht umbedingt für die Feuerwehr. Es ist ein Fernseher.  Jesuspatschen sind dann? Richtig. Sandalen.

Doch was ist nun ein Patscherl? Wir würden diesen Menschen Tollpatsch nennen. Bei den Menschen hier ist das ein unbeholfener, ungeschickter Mensch. Oder aber auch die kleinen Schühchen von kleinen Kindern. Also kleine Hausschuhe, Schuhe für Babies

Sachen gepackt….

* admin - 12.03.2010 - 10:52 sortiert in Graz, das Leben

So die Sachen für die Heimat sind gepackt. Heute abend geht es man los. Hier mit der Bahn. Nach hause. Zwischen 19.00Uhr und 06.00Uhr verbinge ich meine Zeit in zwei Zügen. Ich bin ja mal gespannt, was ich da so erleben werde. Oder auch nicht.

Aber gleich noch zwei kurze Seminare und dann schnell losdüsen. 

Sprachbarrieren: Scherzel

* admin - 11.03.2010 - 20:00 sortiert in Graz, fragwürdig

Ein kleiner Witz. So nebenbei. Ein Wortspiel. Ein kleiner Jokus. Das ist ein Scherzel. Weit gefehlt. Wissenschaftlich könnte man dieses Etwas auch neutral als Brotendstück bezeichnen. Die Österreicher nennen den Brotrest Scherzel. Wir würden Knust oder so etwas sagen.

Nett finde ich auch den Scherzkübel. Ein Kübel voller Scherze. Eine Ansammlung von Karneval, Party und Freude in einem. Das ist ein Scherzkeks. 

In diesem Zusammenhang: Was ist ein Keks unter einem Baum? [Lösung: mit der Maus hier drüber fahren]

Feueralarm

* admin - 11.03.2010 - 19:29 sortiert in Graz, das Leben, fragwürdig

Eben, knapp nach 20.00Uhr war hier auf dem Gang Feueralarm. Eine aufgeregte Spanierin flitzte über die Gänge und rief “isse nissts”

Das interessierte die Kameraden der Beurfsfeuerwehr Graz wenig. Die rückten nämlich mit zwei Fahrzeugen an und schauten nach dem rechten. Die Hauptstraße vor dem Heim hier, war in dezenten bläulichem Licht getaucht. Schöne Autos haben die hier …

 

 

 Man muss aber auch sagen, dass bei den Mitwohnern hier wenig Panik, geschweige denn ein geringes Interesse aufkam bezüglich der lauten hochfrequenten Tonfolge.

 

Sprachbarrieren: Sackerl

* admin - 10.03.2010 - 20:13 sortiert in Graz, fragwürdig

“Wolln´s a sackerl?” ist mir inzwischen klar. Wollen Sie eine Einkaufstüte haben.

Aber, was ist ein Sackl? Ein noch kleineres Tütchen als ohnehin schon die Tüte? Es ist eine typische Herrenbekleidung in dieser Gegend. Nein, eigentlich weltweit tragen Männer dieses Kleidungsstück. Ein Sakko

Anders sieht das Problem schon bei einem Sacktüchel aus. Auch wieder die Assoziation zur Tüte. Zum Sack? Bei der Herleitung dieses Wortes könnte auffallen, dass der Teil Sack auch einer Tasche gleichgesetzt werden könnte. Klar, auch das nutzt jeder Mensch in Mitteleuropa. Das Taschentuch. 

Völlige Verwirrung könnte nun das Säckel auslösen. Weder Sack gleich Tüte oder Tasche gelten hier. Ein kleiner Sack auch nicht. Komischerweise handelt es sich hierbei um eine Hosentasche. 

Sprachbarrieren: Jänner

* admin - 9.03.2010 - 20:12 sortiert in Graz, fragwürdig

Nichts anderes als der erste Monat im Jahr. Der Januar

Skype-Konto gehackt

* admin - 9.03.2010 - 13:43 sortiert in fragwürdig, geclickt

Scheinbar wurde mein Skype-Account gehackt. Ich bekam eine Mail, dass mein Konto automatisch wieder aufgaladen wird, wenn der Betrag von 2,00Eu unterschritten wird. Und zwar mit 287,00Eu dann.

Als ich sicherheitshalber mein Kennwort geändert habe, bekam ich gleich die zweite Mail, dass diese 287,00Eu von meinem paypal-Konto abgebucht wurden und meine Kredikarte belastet wird. 

Ich konnte soeben noch die Transaktion bei paypal stornieren und hoffe, dass meine Kreditkarte nicht belastet wird. 

Mal sehen, was daraus wird. 

Mehr dazu hier gefunden: 

Skype-Community “Gehackter Account” oder mein-skype.de