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Einfach mal zurückhalten?

* admin - 23.05.2010 - 09:17 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Inzwischen ist dem aufmerksamen Leser sicherlich aufgefallen, dass hier immer mal wieder alle zwei Wochen große Parties stattfinden. An sich auch kein Problem. Durch meine geografisch-taktisch ungünstige Lage direkt am Treppenhaus (was mir zumindest in einem Brandfall helfen könnte), bei den Kühlschränken (auch nicht ohne Vorteil für mich) und direkt schräg gegenüber vom Aufenthaltsraum, ist ein gewisser hochfrequenter Strom an “Mitbewohnern” nich von der Hand zu weisen.

Einige Parties, oder sagen wir mal feierliche Zusammenkünfte, gehen dann in diesem Aufenthalsraum bis in dir frühen Morgenstunden, nachdem sich eine abgesprengte Gruppe dann von der großen “Heim-Party” verabschiedet hat. Es vorzog unter sich zu sein. Ich weiss es nicht. 

Drei, vier Uhr sind keine Seltenheit. Auch terminlich nicht an Wochenenden gebunden. Heute morgen allerdings war eine gewisser Höhepunkt zu verzeichnen. Gegen halb acht waren noch die basslastigen Töne, das Gejohle und Gekreische (wenn auch sicherlich weniger laut als zu Anfang des Heim-Festivals) zu hören. Glücklicherweise nicht mehr vor meiner Tür. Das war knapp zwei Stunden zuvor beendet.

Ich konnte bei mir dann doch eine gewisse Azidose und Urämie feststellen. Nachdem ich nochmal bis 10.00Uhr meine Augenpflege versuchte fortzusetzen.

Das Zeit-Folien-Verhältnis

* admin - 22.04.2010 - 14:40 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Wenn wieder einmal solche Pflichtveranstaltungen anstehen und ich wenig Motivation zu dem Thema und der Darbietung zeigen kann, komme ich schon auf lustige Ideen. An Kreativität und Inovation hat es mir nicht gemangelt. Auch nicht bei folgender. 

Die allermeisten Veranstaltungen werden in Form einer Präsentation per Beamer vorgetragen. Man mag über die Sinnhaftigkeit und die Effizienz dieser pädagogischen Methode denken wie man will (@thefox, @derbeobachter: nicht wahr?? / Insider). 

Schon beim Betreten des Raumes bin ich auf der Suche nach wesentlichen Informationen für meine Inovation. Manchmal geht das recht schnell, oft habe ich aber schon verloren, wenn die Titelfolie schon zu sehen ist und “alles angerichtet”. Viele Dozenten wuseln sich auf dem Server der Uni und des Institutes durch die Ordner und suchen wie wild Ihre Präsentation. Kurz nach dem Öffnen des Programmes erscheint unten links entweder die Information der Verdammnis oder ein Gefühl an Glückseeligkeit kann sich bei mir breitmachen. Es handelt sich um die Gesamtzahl der Folien. 

Nehmen wir einfach mal ein Beispiel: 

Es sind 45 Folien zur Präsentation beziehungsweise zum Ertragen. Durch stilles Mitzählen kann schon nach zehn Folien das Zeit-Folien-Verhältnis berechnet werden. Also bei 15 Folien in zehn Minuten bedeutet das eine durchschnittliche Dauer von insgesamt vielleicht 30 Minuten. Zuzüglich einer Toleranz und eventuelle Standardabweichung (Standardmäßig fragen immer noch mal irgendwelche Schlauberger, so dass es zu Verzögerungen im Vortragsbetrieb kommen kann) von maximal 10% liegt man gut in der Zeit. 

That´s it. 

Nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung und Ablenkung gegen das Einschlafen sondern auch eine durchaus hohe mathematische Herausforderung (wenn mann eben den Faktor der Unkonzentriertheit mit dazu addiert).

Für Profis: 

  • Errechne die minütliche Verweildauer einer Folie ingesamt
  • Errechne die  Endzeit des Vortrages. Ohne Toleranz.

 

Leuchtende Zellen

* admin - 22.04.2010 - 07:04 sortiert in Graz, beobachtet, fragwürdig

Es war gestern einmal wieder eine dieser Pflichtveranstaltungen. Immunochemie. Spannendes Thema. Fast vier Stunden, waren meine Nerven wie Drahtseile gespannt. Und gerissen sind sie nicht. Wirklich nicht.

Schon beim Betreten des Seminarraumes machte ich einen Dozenten aus, der alle Klischees erfüllte: verklemmt, wenig auf äußere Pflege bedacht, seine Brille glich diesen Glasbausteinen, den Blick fixieren konnte er auch nicht. 

Damit wir auch einen Praxisbezug hatten, sollten Zellen angesetzt werden und unter einem speziellen Mikroskop angeschaut werden. Kurz zusammengefasst, damit der Leser hier auch ein wenig lernt: 

Bestimmte Zellen können mit anderen Zellen (Antikörpern) markiert werden. Diese Antikörper wiederum werden mit einer leuchtenden Flüssigkeit verbunden, so dass in dem Mikroskop diese Zellen in einem charakteristischen Muster leuchten. Dieses Verfahren wird gern in der Immunhistochemie verwendet. 

Allein einzelne Schritte für diese Untersuchung, diesem Versuch, dauerten mehr als 20 Minuten. Die Spannung bei fast allen war auf dem maximalen Tiefpunkt. Mit seiner voller wissenschaftlichem Elan klingender Stimme, versuchte er für Aufheiterung zu sorgen. Vergebens. Nach fast eineinhalb Stunden bei dieser Versuchs- bzw Diagnostikanordnung wandelten wir schon schlaftrunken in den nächsten Raum. Dunkel war es. Ein einzelner Monitor leuchtete am Ende des Raumes. Daneben ein Mikroskop mit dem blauen Licht für die Fluorenenz. Spannende 15 Minuten mit Bildern von farblich markierten Zellen. 

Wieder im Seminarraum. Auch der Pausenkaffee brachte keine Erleuchtung bei mir. Wie sich später rausstellte, war der Kaffee-Automat defekt. Er gab mir statt einem Espresso einen entkoffeinierten Schwarztrank aus.

Dieser Mensch, wohl blass von seinem Lebensraum – dem Labor -, monologierte die gesamte Zeit. Fragen aus dem Auditorium (schön klingt dieses Wort, meint aber nichts anderes als die Zuhörerschaft; gestern eher die Schläferschaft) gab es keine, wegen dem narkoseähnlichen Wortnebel von vorne.

Warum wir in die tiefsten Details der Biochemie und der aktuell noch wissenschaftlich wenig fundierten Bereiche vorstoßen mussten, war uns ein Rätsel.

Ich habe selten ein so praxisfernes und wenig erleuchtendes (bis auf die Zellen…) Seminar erlebt. Aber Überraschungen gibt es ja immer wieder. 

 

Kleiner Sprachkurs der Grußformeln

* admin - 19.04.2010 - 13:36 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Ich hatte heute ein kleines Gespräch mit Inländern. Ich stellte mir die Frage, wann welche Begrüßungs- oder Verabschiedungsformel genutzt wird. Aus dem in meinen Augen komplizierten Sachverhalt entwickelte sich eine einfache Formel:

Menschen, die einem nahe stehen oder jemandem auf freundschaftlicher, kollegialer Weise begegnen werden mit “Servus” begrüßt und auch verabschiedet. Die allwissende Wiki weiß natürlich auch einen Rat.

Andere, Fremde sollten mit einem “Grüß Gott” begrüßt und ebenso verabschiedet werden, nicht dass es zu sagen wir mal diplomatischen Verzwickungen kommt.

Eine andere, alternative Abschiedsformel kann “Pfüati” sein. Es ist die Abkürzung vom dem Abschiedsgruß “Behüte dich Gott!” Man sagt sauch oftmals noch “Pfiat´di God”

Internet wird abgeschaltet

* admin - 1.04.2010 - 20:56 sortiert in beobachtet, fragwürdig, gefunden, mediales

ich musste mich dann doch sehr wundern. Auch wenn ich nicht so die Ahnung habe. Von diesem Metier. Das Onlineportal der Tagesschau meldete heute, dass das Internet abgeschaltet werde, weil keine IP-Adressen mehr vorhanden seien.

Fast schon selbstbeklatschend und eifernd über den medial gelungenen Coup kam dann die Auflösung.  Na, dass die öffentlich-seriös-rechtlichen Sender sich auf derlei spannendes Niveau herablassen. Schon recht cool.

Orte voller Bedeutung. Jede Milchkanne

* admin - 28.03.2010 - 17:21 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, fragwürdig

Szrahlende Sonne. Schneebedeckte Berge. Die Spitzen zum Teil von Wolken eingenommen. Im Zug von Graz nach München hatte ich nahezu an jeder kleineren und größeren Milchkanne die Möglichkeit aus dem stehenden Zugfenster zu schauen. Meine Route:

Graz – Leoben – St.Michael – Rottenmann – Selztal – Liezen – Stainach – Schladming – Radstadt – Bischofshofen -Werfen – Golling-Abtenau – Hallein – Salzburg – Freilassing – Traunstein – Prien (Chiemsee) – Rosenheim – München.

Also durchaus Orte und Städte mit hoher Bedeutung.

Fast sechs Stunden dauerte die Fahrt. War recht anstrengend. Kurz hinter Schladming (dem Ski-Urlaubsort meiner damaligen Mitschüler) stieg eine achtköpfige Manschaft ein. Deich-Carving-Team. Scheinen aus der Gegend um Oldenburg zu kommen.  War eine lustige Truppe. Scheinbar zwei Brüder und zwei Schwestern, die sich gegenseitig geheiratet haben (also überkreuz, natürlich). Ein Junge im Schulalter und ein größerer, vielleicht 17 Jahre. Und ein kleiner Bub. So eineinhalb Jahre alt.

Die waren alle über das Abteil verteilt. Neben mir saß übrigens eine Medizinstudentin, jüngeren Semesters. Thema war dann irgendwann die Anatomie der Schulter und des Rückens. Also unsere Skifahrer-Familie war wie gesagt ganz lustig. Immer dieser platt-deutsche Akzent. Sehr nett. 

In jedem Fall ruhte oder vielmehr schlief der eine Mann. Seine Frau war wohl Frieseuse, weil sie immer von einem Salon sprach. In der Reihe auf der anderen Seite, war eine der beiden gleichaussehenden Schwestern bei der Post. Denn die konnte relativ genau beschreiben, wie sich ein Postbote fühlt, wenn ein Wauwau seinem Auftrag, ein Grundstück zu bewachen, nachkommt. 

Also die Friseuse vor mir schien diese Reise organisiert zu haben. Und schon eine Stunde vor München Hauptbahnhof brachte sie alle durcheinander.  “Gleis 15, Wagen 37″ sagte sie jedem aus dieser Reisegruppe. Immer wieder. Und sie ließ es auch immer wieder von alles wiederholen. Die war ganz schön aufgeregt.

München-Ost ist der Halt vor München-Hauotbahnhof. Unsere reissbegleitende Friseuse scheuchte alle auf. Verteilte die neuen Tickets und Reservierungen. Riss die Taschen aus der Ablage. Beutel mit Skischuhen. Koffer. Ihr Mann schlummerte immer noch. Dachte ich. Eigentlich dachten das alle. Denn auch auf Anrempeln seiner schlecht blondierten Frau kam er nicht aus seiner ruhend sitzenden Position. Plötzlich stand er auf. Ganz ruhig. Seine massige und fastschon braunbärenartige Statur beeindruckte mich und ließ mich weiter in meinen Sitz rutschen. In ruhigem aber sehr bestimmten Ton teilte er seiner solariumsblodnierten Friseusen-Frau mit, dass jetzt aber mal “Ruhe” sei und  “es ihn” und sicherlich “auch die anderen” etwas “ankotze”, dass sie “hektisch” sei. Offener Mund. Erstaunter Block. Sie war sprachlos. Nahm ihre Tickets und das Gepäck und schlenderte zum Ausgang.

Die Fahrt von München nach Hannover im ICE “Zugspitze” war wenig spektakulär. Kurz vor Kassel wurd allerdings bis Göttingen am Nachbartisch gekniffelt. Also jedes Mal wenn die Würfel in diesem Würfelbecher geschüttelt wurden, zuckte ich innerlich zusammen und hielt inne. Dass der Aufprall des Bechers und der Würfel auf dem Tisch das gesamte Abteil nerven würde. 

Immerhin hatten wir nur zehn Minuten Verspätung, was aber dem Anschlusszug aus Stuttgart in Göttingen zuzuschreiben war. Beide durch mich überschaubare Abteile waren pickepacke voll. Auf den Gängen standen die Leute und Reisenden. Es war heftig. 

Ich war übrigens mal wieder froh, eine Reservierung für meine Plätze zu haben. 

Kaputten Hintern und defekter Rücken

* admin - 25.03.2010 - 13:36 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Hatte heute mal wieder ein Seminar. In einem kleine Hörsaal der Pathologie. Ein richtiges kleines schnuckeliges Auditorium. Sehr nett. Beigeisternd fand ich schon die Sitzgelegenheiten. Von hinten in den Saal kommend sah das alles aus wie in einem Zirkuszelt. Diese Tribüne.

Das Sitzen allerdings war weniger wie in einem Zirkus. Die Schreibfläche, oder die Tischbank, war sinnigerweise nur wenige Zentimeter breit. Und dann auch noch in einem derart ungünstigen Winkel, dass ein Schreiben unmöglich war. Weil alles so eng und total unbequem war, hatte ich nach fast 90 Minuten Lehrveranstaltung (ging um Schilddrüsen-Carcinome und die Tumorklassifikationen) wie zu erwarten auch noch Rückenschmerzen. Hintern tat auch weh. Vom Rücken ganz zu schweigen. Meine Füße spürte ich nicht mehr. War ja auch eng. Konnte mich ja man auch nicht bewegen. 

 

Ach übrigens: das Waschbecken funktioniert wieder. Ein netter Mensch war während meiner Abwesenheit da und baute mit einen neuen Abluss ein. Läuft. Auch ab. 

Waschen im Keller

* admin - 25.03.2010 - 09:24 sortiert in Graz, beobachtet

Heute sollte der große Tag sein, endlich mal wieder Wäsche waschen zu können. Noch sausen die Kleidungsstücke in der Maschine. Unten im Keller.

Ging schon damit gut los, dass ich eine ungültige quickcard hatte. Das ist hier dieses Ding, womit die alles bezahlen. Eine aufladbare Geldkarte eben. Meine Karte wurde gar nicht gelesen. 

Meinen Zeitslot von 08.00 bis 10.00Uhr musste ich mit einer Maschine heller Wäsche ausnutzen. Habe nach dem Waschen sinnvollerweise, die Wäsche in zwei Trockner verteilt. Hoffe nur, dass “schranktrocken” nicht auch “schrankpassend” sein wird. 

So Wäsche ist fertig. Handfeucht. Nun doch wieder die Wäscheleine spannen und aufhängen. Denke, dass es nicht allzu lange dauert, bis die Sachen fertig sind. 

Memo wieder an mich: Mehr Waschtermine buchen und dafür weniger Wäsche waschen. Dann geht das auch mit dem Trockner. 

 

Eben beim Einkauf

* admin - 22.03.2010 - 12:12 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Als ich beim gegenüberliegenden Einkaufsmarkt, einem Diskounter, an der Kassa (so heisst das hier) stand musste ich voller Entsetzen eine Angestellte beobachten. Irgendwie tat sie mir leid. Hektische Schritte. Schnelle Handlungen. Gehetzter Gesichtsausdruck. Sie verstaute nur neue Waren in Regalen. Mit ihrem panischen Blick zog sie meine Anwesenheit auf sich. Ich möchte nicht wissen, unter welchem Druck die stehen. Wer ihnen vor allem den Druck macht.

Junge in der Küche. Oder wie junge Männer alleine kochen müssen.

* admin - 19.03.2010 - 20:36 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben

Ich will von mir nicht behautpten, dass ich der Starkoch vom TV bin. Aber die Grundlagen der Küchenkunst beherrsche ich. Sicherlich kann ich einen ganzen Monat eine unterhaltsame und täglich wechselnd warme Mahlzeit erstellen.

Was ich heute abend mal wieder in der sozialistisch anmutenden Gemeinschaftsküche erlebte, ist der helle Wahnsinn. 

Stellen wir uns einen jungen Mann vor. Student logischerweise. Wohl noch jünger. Machte zumindest den Anschein. Hagerer Typ. Turnschuhe, Jeans, Pullover. Dunkle Haare, vielleicht einssiebzig groß. Einer von der stillen Fraktion.

Ich wollte nur meinen Kram des Tages abwaschen und einige Nudeln mit Pesto kochen. Sollte schnell gehen. Wasser aufsetzen. Kochen lassen. Nudeln rein. Abgießen. Pesto rein. Fertig. Denkste!

Beim Betreten der Küche schaute ich voller Entsetzen auf seine klebrig gelben Finger. Irgendwas mischte er in einem Topf. Ich wusch mein Geschirr ab. Drehe mich um und sehe diese Pampe nun auf einem Brettchen liegen. Gelblich, mit einigen Fragmenten von Kost. Ein ganzer Haufen. Lichter-Junior stocherte erst in zwei Würsten herum. Die lagen in der Pfanne und sollten wohl durch die kleine Wärme, also keine Hitze, wie in einem Solarium braun werden. Er hat die bestimmt nicht mit Lichtschutzfaktor eingecremt. Aber seine Würstchen brutzelten so langsam vor sich hin. Zaghaft piekste er sie. Tat denen bestimmt weh. Dann ein weiches Stochern in der Pampe. Dem Haufen. In dem Topf, wo der Haufen wohl warm gemacht wurde, war nun Wasser. Ob der fast kochende wässrige Inhalt das Abwaschwasser war, wollte ich ich nun nicht fragen. Sah aber so aus. 

Nächster Arbeitsschritt. Wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in seinem Leben Kekse backen durfte stand er nun da. Die gelbliche Masse wieder zwischen seinen Fingern. Verzweiflung. Mit einer Gabel und dem Messer in der anderen Hand schabte er diese teigähnlichen Partikel ab. Während ich mich meinen Nudeln widmete staunte ich nicht schlecht, dass inzwischen fünf oder sechs Bälle, ja fast schon Schneebälle, im Abwaschwasser schwammen. 

Das kann ja noch was werden. Dieses Schauspiel war so was von faszinierend, dass ich doch tatsächlich den Herd zwei Stufen kleiner gestellt habe. Soll ja nichts überkochen. Stattdessen schaute ich dem Jüngling zu. Fein säuberlich und ohne sich stören zu lassen gabelte er eine krautähnliche Kost aus einem Glas in die Pfanne. Was soll das hier werden, fragte ich mich. Mit einer filigranen Inbrunst, fast sortierend ordnete er die Krautfäden zu den beiden nun schon dunkler werdenen Würsten. Also einseitig dunkler. Denn der junge Mann hatte vergessen, die Bratwurst mal zu wenden. Jetzt roch er es wohl auch. Es machte sich ein geschäftiges Treiben bei ihm breit.

Cool nahm er den Spülwassertopf von der Herdplatte. Das ohnehin schon schaumig aussehende Wasser blubberte und brodelte nun. Nebenbei versuchte er aus einer dieser kleinen Ketchup-Tütchen den Inhalt herauszupressen. Hat er geschafft. Schüchtern kam er wieder auf den Herd zu. Drehte noch mal das Kraut liebevoll in der Pfanne. Liebkosend piekste er noch mal die Würstchen. Jetzt galt seine volle Aufmerksamkeit den gelben Schneebällen im Abwaschwasser. Nach welchen Kriterien er den finalen Zustand entschied, weiss ich nicht. Ein Lächeln huschte über seine Lippen. Er goss das Wasser ins Waschbecken. Meiner Meinung nach gehörte das da auch hin. Wollte ich ihm aber nicht sagen. 

Ebenso vorsichtig wie zaghaft drapierte er sein Essen auf dem Teller. Zwei Würste. Neben die rote Flüssigkeit aus den Minitütchen. Das warme Kraut und die gelben Schneebälle

Was es bei ihm zu speisen gab, konnte ich auch nach reichlicher Überlegung nicht nachvollziehen. Es hat ihm sicherlich geschmecht. Hoffentlich.