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Leuchtende Zellen

* admin - 22.04.2010 - 07:04 sortiert in Graz, beobachtet, fragwürdig

Es war gestern einmal wieder eine dieser Pflichtveranstaltungen. Immunochemie. Spannendes Thema. Fast vier Stunden, waren meine Nerven wie Drahtseile gespannt. Und gerissen sind sie nicht. Wirklich nicht.

Schon beim Betreten des Seminarraumes machte ich einen Dozenten aus, der alle Klischees erfüllte: verklemmt, wenig auf äußere Pflege bedacht, seine Brille glich diesen Glasbausteinen, den Blick fixieren konnte er auch nicht. 

Damit wir auch einen Praxisbezug hatten, sollten Zellen angesetzt werden und unter einem speziellen Mikroskop angeschaut werden. Kurz zusammengefasst, damit der Leser hier auch ein wenig lernt: 

Bestimmte Zellen können mit anderen Zellen (Antikörpern) markiert werden. Diese Antikörper wiederum werden mit einer leuchtenden Flüssigkeit verbunden, so dass in dem Mikroskop diese Zellen in einem charakteristischen Muster leuchten. Dieses Verfahren wird gern in der Immunhistochemie verwendet. 

Allein einzelne Schritte für diese Untersuchung, diesem Versuch, dauerten mehr als 20 Minuten. Die Spannung bei fast allen war auf dem maximalen Tiefpunkt. Mit seiner voller wissenschaftlichem Elan klingender Stimme, versuchte er für Aufheiterung zu sorgen. Vergebens. Nach fast eineinhalb Stunden bei dieser Versuchs- bzw Diagnostikanordnung wandelten wir schon schlaftrunken in den nächsten Raum. Dunkel war es. Ein einzelner Monitor leuchtete am Ende des Raumes. Daneben ein Mikroskop mit dem blauen Licht für die Fluorenenz. Spannende 15 Minuten mit Bildern von farblich markierten Zellen. 

Wieder im Seminarraum. Auch der Pausenkaffee brachte keine Erleuchtung bei mir. Wie sich später rausstellte, war der Kaffee-Automat defekt. Er gab mir statt einem Espresso einen entkoffeinierten Schwarztrank aus.

Dieser Mensch, wohl blass von seinem Lebensraum – dem Labor -, monologierte die gesamte Zeit. Fragen aus dem Auditorium (schön klingt dieses Wort, meint aber nichts anderes als die Zuhörerschaft; gestern eher die Schläferschaft) gab es keine, wegen dem narkoseähnlichen Wortnebel von vorne.

Warum wir in die tiefsten Details der Biochemie und der aktuell noch wissenschaftlich wenig fundierten Bereiche vorstoßen mussten, war uns ein Rätsel.

Ich habe selten ein so praxisfernes und wenig erleuchtendes (bis auf die Zellen…) Seminar erlebt. Aber Überraschungen gibt es ja immer wieder. 

 

Scheinbar neues Verkehrszeichen in Bayern…?!

* admin - 5.04.2010 - 10:30 sortiert in fragwürdig, geclickt, gefunden

Internet wird abgeschaltet

* admin - 1.04.2010 - 20:56 sortiert in beobachtet, fragwürdig, gefunden, mediales

ich musste mich dann doch sehr wundern. Auch wenn ich nicht so die Ahnung habe. Von diesem Metier. Das Onlineportal der Tagesschau meldete heute, dass das Internet abgeschaltet werde, weil keine IP-Adressen mehr vorhanden seien.

Fast schon selbstbeklatschend und eifernd über den medial gelungenen Coup kam dann die Auflösung.  Na, dass die öffentlich-seriös-rechtlichen Sender sich auf derlei spannendes Niveau herablassen. Schon recht cool.

Orte voller Bedeutung. Jede Milchkanne

* admin - 28.03.2010 - 17:21 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, fragwürdig

Szrahlende Sonne. Schneebedeckte Berge. Die Spitzen zum Teil von Wolken eingenommen. Im Zug von Graz nach München hatte ich nahezu an jeder kleineren und größeren Milchkanne die Möglichkeit aus dem stehenden Zugfenster zu schauen. Meine Route:

Graz – Leoben – St.Michael – Rottenmann – Selztal – Liezen – Stainach – Schladming – Radstadt – Bischofshofen -Werfen – Golling-Abtenau – Hallein – Salzburg – Freilassing – Traunstein – Prien (Chiemsee) – Rosenheim – München.

Also durchaus Orte und Städte mit hoher Bedeutung.

Fast sechs Stunden dauerte die Fahrt. War recht anstrengend. Kurz hinter Schladming (dem Ski-Urlaubsort meiner damaligen Mitschüler) stieg eine achtköpfige Manschaft ein. Deich-Carving-Team. Scheinen aus der Gegend um Oldenburg zu kommen.  War eine lustige Truppe. Scheinbar zwei Brüder und zwei Schwestern, die sich gegenseitig geheiratet haben (also überkreuz, natürlich). Ein Junge im Schulalter und ein größerer, vielleicht 17 Jahre. Und ein kleiner Bub. So eineinhalb Jahre alt.

Die waren alle über das Abteil verteilt. Neben mir saß übrigens eine Medizinstudentin, jüngeren Semesters. Thema war dann irgendwann die Anatomie der Schulter und des Rückens. Also unsere Skifahrer-Familie war wie gesagt ganz lustig. Immer dieser platt-deutsche Akzent. Sehr nett. 

In jedem Fall ruhte oder vielmehr schlief der eine Mann. Seine Frau war wohl Frieseuse, weil sie immer von einem Salon sprach. In der Reihe auf der anderen Seite, war eine der beiden gleichaussehenden Schwestern bei der Post. Denn die konnte relativ genau beschreiben, wie sich ein Postbote fühlt, wenn ein Wauwau seinem Auftrag, ein Grundstück zu bewachen, nachkommt. 

Also die Friseuse vor mir schien diese Reise organisiert zu haben. Und schon eine Stunde vor München Hauptbahnhof brachte sie alle durcheinander.  “Gleis 15, Wagen 37″ sagte sie jedem aus dieser Reisegruppe. Immer wieder. Und sie ließ es auch immer wieder von alles wiederholen. Die war ganz schön aufgeregt.

München-Ost ist der Halt vor München-Hauotbahnhof. Unsere reissbegleitende Friseuse scheuchte alle auf. Verteilte die neuen Tickets und Reservierungen. Riss die Taschen aus der Ablage. Beutel mit Skischuhen. Koffer. Ihr Mann schlummerte immer noch. Dachte ich. Eigentlich dachten das alle. Denn auch auf Anrempeln seiner schlecht blondierten Frau kam er nicht aus seiner ruhend sitzenden Position. Plötzlich stand er auf. Ganz ruhig. Seine massige und fastschon braunbärenartige Statur beeindruckte mich und ließ mich weiter in meinen Sitz rutschen. In ruhigem aber sehr bestimmten Ton teilte er seiner solariumsblodnierten Friseusen-Frau mit, dass jetzt aber mal “Ruhe” sei und  “es ihn” und sicherlich “auch die anderen” etwas “ankotze”, dass sie “hektisch” sei. Offener Mund. Erstaunter Block. Sie war sprachlos. Nahm ihre Tickets und das Gepäck und schlenderte zum Ausgang.

Die Fahrt von München nach Hannover im ICE “Zugspitze” war wenig spektakulär. Kurz vor Kassel wurd allerdings bis Göttingen am Nachbartisch gekniffelt. Also jedes Mal wenn die Würfel in diesem Würfelbecher geschüttelt wurden, zuckte ich innerlich zusammen und hielt inne. Dass der Aufprall des Bechers und der Würfel auf dem Tisch das gesamte Abteil nerven würde. 

Immerhin hatten wir nur zehn Minuten Verspätung, was aber dem Anschlusszug aus Stuttgart in Göttingen zuzuschreiben war. Beide durch mich überschaubare Abteile waren pickepacke voll. Auf den Gängen standen die Leute und Reisenden. Es war heftig. 

Ich war übrigens mal wieder froh, eine Reservierung für meine Plätze zu haben. 

Waschbecken defekt

* admin - 24.03.2010 - 10:10 sortiert in Graz, fragwürdig

Gestern abend musste ich feststellen, als ich mal wieder den Abfluss freimachen wollte, dass Wasser aus dem Abfluss auf den Boden tropft.

Der freundliche Kaiser notierte alles in seiner Portierloge und meinte, dass entweder heute oder morgen jemand käme. Na, da bin ich ja mal gespannt. Schon nervig, wenn man jedesmal zum Händewaschen quer über den Gang laufen muss.

Kaum zu glauben…

* admin - 23.03.2010 - 16:51 sortiert in fragwürdig, gefunden, gelesen

Habe heute eine Meldung der Polizei gelesen und bin fast vom Glauben abgefallen.

So etwas hätte es bei uns nicht gegeben. 

   Hannover (ots) – Gestern Abend, gegen 20:35 Uhr, haben ein
14-Jähriger und sein 13-jähriger Freund an der Odenwaldstraße
(Sahlkamp) eine 58 Jahre alte Frau mit einer ungeladenen Softairwaffe
bedroht und Geld geraubt, während drei weitere Kumpel (12, 13 und 14
Jahre) zusahen. Die Polizei hat alle fünf ermittelt.

   Das Opfer war auf dem Weg von der Bushaltestelle “Bahnstrift” nach
Hause gewesen, als der Haupttäter (14) von hinten an es herantrat und
Geld forderte. Nachdem sich die 58 jährige Frau umgedreht hatte,
erkannte sie, dass eine Schusswaffe auf sie gerichtet und der zweite
Täter (13) dazu gekommen war. Nach weiteren Drohungen händigte sie
schließlich ihr Münzgeld aus, woraufhin die beiden Täter flüchteten.
Eine Polizeistreife konnte den Haupttäter bei der Fahndung kurz
darauf vorläufig festnehmen und auch seinen 13-jährigen Freund
ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass drei weitere Jungs (12, 13
und 14 Jahre) in der Nähe gewartet und bei dem Raub – möglicherweise
handelte es sich um eine Art Mutprobe – zugesehen hatten. Die
Minderjährigen wurden im Anschluss an die Erziehungsberechtigten
übergeben.  [via ots]

 

Geplatzer Reifen

* admin - 18.03.2010 - 14:35 sortiert in das Leben, fragwürdig

Habe eben eine nette Geschichte gehört:

An einer Hannoverschen Tankstelle pumpen die Eltern häufig die Reifen von Kinderwagen auf. Da die wenig technik-affinen Eltern nicht mit der Luftzapfsäule umgehen können, platzen auch mal die Reifen.

Die Kinder sitzen dann natürlich noch im Kinderwagen.

Sprachbarrieren: Magistraliterrezept

* admin - 13.03.2010 - 20:00 sortiert in Graz, fragwürdig

Mal wieder etwas Medizinisches. Was ist ein Magistraliterrezept? Ich dachte immer, das ist was ganz besonders wichtiges. Etwas, was nur die Magistratur ausstellen kann. Die Verwaltung oder so.

Ein Magistraliterrezept ist nichts anderes als ein Rezept, auf dem der Arzt dem Apotheker schreibt, welche Ingredenzien er zu welchen Anteilen wie  zusammenmixen soll. Wenn also Salben oder Tunkturen angefertig werden müssen, die als fertiges Präperat nicht verfügbar sind.

Allein dieser Name lässt mir schon die Zunge im Munde zerbrechen. 

Killekille

* admin - 13.03.2010 - 15:55 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, erinnert, fragwürdig

Es war das große Ereignis, das ich schon gespannt erwartete. Die Bahnfahrt in die Heimat.

Mit dem Bus zum Bahnhof in Graz, ein eigentlich ganz netter und vorallem sauberer Bahnhof. Als ich meinem reservierten Platz in dem Zug nach Linz aufsuchte, musste ich ein junges Mädel bitten, von diesem aufzustehen. Gut, es war nicht so überfüllt der Zug, aber wenn ich schon die Reservierungsgebühr bezahle, dann will ich das auch voll auskosten. Die beiden Mädels, scheinbar Studentinnen. Von der Bauart Rasterzöpfe, Piercings durch die Nasenwurzel. Ok, jeder und jede nach eigener Weise. Knappe drei Stunden dauerte die Fahrt durch die dunkle schneebedeckte Landschaft der Steiermark.

Schnell in Linz dann rüber in den Nachtzug nach Hamburg. Keine neun Minuten blieben mir. Mit Tasche quer durch den Bahnhof. Angekommen, Wagen gefunden. Abteil gefunden. Platz gefunden. Besetzt. Hmmm, dachte ich mir. Das geht ja gut weiter. Aber das junge, wohl Pärchen machte keine Anstalten und wechselte den Platz. Hier sollte ich nun länger bleiben. In diesem Sechser-Abteil hatte ich in Fahrtrichtung am Gang, also an der Tür meinen Platz.

Schauen wir uns doch einmal die Charaktere an: 

Platz (Gang, gegen die Fahrtrichtung): Aktuell noch Studentin, hatte keine Reservierung. 

Platz (Mitte, gegen die Fahrtrichtung): Fast 60-jähriger Mann, wohl polnischer, russischer oder ähnlicher Herkunft. Sah mit seinem Basecap aus wie ein Teddybär. 

Platz (Fenster, gegen die Fahrtrichtung): Alterbativ angehauchte, Rucksackreisende.

Platz (Fenster, in Fahrtrichtung): Junge Frau, unauffällig. Lediglich ihren silbernen Glitzerstern im Haar, billig aussehend, musste ich immer aus den Augenwinkeln fixieren. 

Platz (Mitte, in Fahrtrichtung): ca 40-jährige Frau, ebenfalls unauffällig. Las ein ausländisches Buch. Lesezeichen war ein Dreifach-Passbild eines Kindes. Wie sich später herausstellte: “Ik fahren zun erste Mal mit Zug. Dahe ik haben so viele Panik”

Platz (Gang, in Fahrtrichtung): Sympatischer Student, charmant, gutaussehend. Also ich. 

 

Man muss ich ja arragieren, in dieser Zweckgemeinschaft. 

Nicht einmal ganz aus dem Bahnhof Linz herausgefahren, scharchte es schon neben mir aus der Kopfstütze. Es war die Panikerin. Der Teddybär saß die ganze Zeit aufrecht, seine Beine aufgestellt und auseinander. Die Mütze hatte er inzwischen abgesetzt. Das Telefon, steinzeitlicher Art, war nun sein Speilzeug. Die Alternative am Fenster hinten las gedankenversunken in ihrem Buch. Verschlang innerhalb von drei Minuten eine quadratisch, praktisch, gute Schokolade. Ich habe auf die Uhr geschaut.

In Passau stieg die Unauffällige mit dem Glitzerstern aus. Stattdessen kam später ein hektischer Mann den Gang herunter. Rollkoffer und Aktenkoffer. In unser Abteil geschaut. Etwas unkoordiniert seinen großen Rollkoffer in die Ablage legen wollen. Geht nicht. Dann den kleinen Koffer. Passt. Dann nahm er Platz auf dem Platz des Glitzersterns. 

Kurz nach Ausfahrt aus dem Bahnhof Regensburg kam dann das Schnarchmäulchen herein. Sie setzte sich mir gegenüber, auf den Platz der Studentin. Die erneute Fahrscheinkontrolle gegen 02.00Uhr weckte alle wieder, die versuchten ein wenig zu schlafen. Ich döste mehr. Der Aktenkoffer-Mann wurder vom Schaffner ermahnt, dass doch bitte keine Koffer auf dem Gang stehen sollten, es sei ein Fluchtweg. Das hätte ich dem Aktenkoffer-Mann und Schnarchmäulchen auch vorher sagen können. Habe ich aber nicht. Vielleicht hätten sie beide selbst auf die Idee kommen können. Denn in fast jeder Kurve fiel einer der Koffer um und versperrte den Gang. Nach einigen Diskussionen zwischen Aktenkoffer und Schaffner zog der Kunde von dannen. Wohin weiss niemand.

Es kehrte wieder Ruhe ein. Ich schlief wohl noch ein wenig. Jedes Mal, wenn ich wach wurde, huschten die Lichter der kleinen Ortschaften am Fenster vorbei. Lichter und Scheinwerfer von Fabriken und Firmn erhellten das Abteil für einen Bruchteil eines Augenblickes. Die Fahrt an sich war ruhig. Ein schnurrendes und ganz feines Vibrieren schaukelte wohl jeden hier in den Schlaf. Zu fünft in unserer Bleibe baute sich jeder sein Nachtlager. So richtig sitzen konnte ich nicht. Mein Fahrgestell konnte ich auch nicht ausfahren, weil der Koffer von Schlafmäulchen vor mir stand. Es fehlten eigentlich noch die Hühner und eine Kuh. Dann hätte das alles auch noch was cooles, was exotisches gehabt. 

Teddybär zog sich die Schuhe aus. Das Dickerchen in der Ecke am Fenster legte sich zurecht und döste wohl auch.  

Zwischenzeitlich beobachtete ich die Schlafenden weiter. Teddybär schob seine Beine jetzt auch mal nach vorne aus. Schnarchmäulchen machte einen zufriedenen Eindruck. Ihre Augen hinter der glasbaustein anmutenden Brille waren geschlossen. Den Kopf leicht nach hinten geneigt, sah die vielleicht 40-jährige, blonde, leicht dickliche Frau friedlich aus. Jetzt kam mein medizinischer Blick wieder dazu: Frau, circa 40 Jahre, Blond, im gebährfähigen Alter, adipös. Na. Die wird sicherlich irgendwann man mal Gallensteine bekommen. 

So richtig wach wurde  ich, als Schnarchmäulchen mir ihre weissen Tennissöckchen an meinen Oberschenkel legte. Im Schlaf natürlich. Ganz unbeabsichtigt. Auch der Teddybär schob nun seine grau besockten Füße auf den ihm gegenüberliegenden Platz. Fast in das Gesicht von der ausländisch Träumenden, die sich auf dem beiden Plätzen neben mir breit gemacht hat und nun wohl seit einiger zeit quer über beide Plätze zur Fahrtrichtung lag.

Jetzt ging gar nichts mehr. Ich holte meine Schwarzbrot-Stullen heraus und machte Brotzeit. Ob jetzt nun mein Aroma von Käse, Putenbrust und Schwarzbrot das Abteil stören könnte, war mir auch egal. Störte irgendwie auch keinen. 

Wir fuhren in den Bahnhof Göttingen ein. Aha! Die Ankunft in der anderen niedersächsichen Universitätsstadt verzögerte sich wohl um dreissig Minuten. Das ließen die Anzeigetafeln verkünden. Also planmäßige Ankunft in der ehemaligen EXPO-Stadt wohl ausgeschlossen.

Der Zug fuhr weiter. Kurz hinter Göttingen klinelten fast gleichzeitig drei Wecker von Mobiltelefonen. Clever. Da für ca 06.13Uhr die Ankunft in Hannover geplant war, wollten die alle sich noch mal schnell fertig machen. Ich war ja nun wach und erlaubte mir einen Spaß. Wo sind wir? Gleich in Hannover? Nein, meinte ich. Gleich in Hamburg. Panik. Unruhe. 

Fairerweise klärte ich alles auf. Die letzten Toilettengänge. Meine Thrombose-Prophylaxe hatte ich schon vorher gemacht: viel trinken, Muskelpumpe durch Heben und Senken der Füße im Stand und den Gang mal hoch und mal runter laufen. 

Plötzlich Hektik. Die anderen vier rissen auf einmal ihre Taschen, Jacken und Koffer herunter. “Hannover!” schrie jemand. Alle raus. Dieser Spuk dauerte vielleicht ein, maximal eineinhalb Minuten. Während ich Deckung suchte, erhaschte ich einen Blick. Hannover-Messe, Bahnhof Laatzen. Cool und routiniert machte ich mich bei der Durchfahrt beim Bismarckbahnhof so langsam ausstieg-fertig. 

Memo an mich: Nächstes Mal bei Tennissöckchen in meinem Nahbereich. Killekille machen.

Sprachbarrieren: Patschen

* admin - 12.03.2010 - 20:00 sortiert in Graz, fragwürdig

Patschen kenne ich eigentlich in einem anderen Zusammenhang. Die Feuerwehr wird mancherorts in Deutschland als Patschen bezeichnet. Das kommt aus der alten Zeit, als die Feuerwehrleute nich keine Schläuche hatten und vieles, besonders Flächenbrände auf Wiesen mit einer Patsche ausschlugen. Heute wird die Patsche immer noch verwendet. Allerdings der Begriff auch als wenig freundliche Bezeichnung der Blauröcke.

In Österreich sind Patschen etwas anderes. Der Ösi nennt seine Hausschuhe liebevoll Patschen. Oder den Reifen seines Autos oder Radls, wenn der Kontakt zu einem Nagel zu intensiv war. Ein Patschenkino ist nicht umbedingt für die Feuerwehr. Es ist ein Fernseher.  Jesuspatschen sind dann? Richtig. Sandalen.

Doch was ist nun ein Patscherl? Wir würden diesen Menschen Tollpatsch nennen. Bei den Menschen hier ist das ein unbeholfener, ungeschickter Mensch. Oder aber auch die kleinen Schühchen von kleinen Kindern. Also kleine Hausschuhe, Schuhe für Babies