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Kaum zu glauben…

* admin - 23.03.2010 - 16:51 sortiert in fragwürdig, gefunden, gelesen

Habe heute eine Meldung der Polizei gelesen und bin fast vom Glauben abgefallen.

So etwas hätte es bei uns nicht gegeben. 

   Hannover (ots) – Gestern Abend, gegen 20:35 Uhr, haben ein
14-Jähriger und sein 13-jähriger Freund an der Odenwaldstraße
(Sahlkamp) eine 58 Jahre alte Frau mit einer ungeladenen Softairwaffe
bedroht und Geld geraubt, während drei weitere Kumpel (12, 13 und 14
Jahre) zusahen. Die Polizei hat alle fünf ermittelt.

   Das Opfer war auf dem Weg von der Bushaltestelle “Bahnstrift” nach
Hause gewesen, als der Haupttäter (14) von hinten an es herantrat und
Geld forderte. Nachdem sich die 58 jährige Frau umgedreht hatte,
erkannte sie, dass eine Schusswaffe auf sie gerichtet und der zweite
Täter (13) dazu gekommen war. Nach weiteren Drohungen händigte sie
schließlich ihr Münzgeld aus, woraufhin die beiden Täter flüchteten.
Eine Polizeistreife konnte den Haupttäter bei der Fahndung kurz
darauf vorläufig festnehmen und auch seinen 13-jährigen Freund
ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass drei weitere Jungs (12, 13
und 14 Jahre) in der Nähe gewartet und bei dem Raub – möglicherweise
handelte es sich um eine Art Mutprobe – zugesehen hatten. Die
Minderjährigen wurden im Anschluss an die Erziehungsberechtigten
übergeben.  [via ots]

 

Sonntagmorgen

* admin - 7.03.2010 - 09:54 sortiert in Graz, beobachtet, das Leben, gelesen

Gegen 04.30 Uhr wurde ich heute Nacht mal wieder wach. Dabei habe ich doch so schön den Weg ins Land des Schlafes gefunden. Gestern abend, ab 22.30Uhr. Trotz spanischer Folklore- und Chartgesänge irgendeiner Truppe von spanischen Mädchen. Dummerweise liegt mein Gemach direkt am Treppenaufgang der Etage, so höre ich natürlich jeden Schritt und jeden Tritt. Ebenso der Aufenthaltsraum. Dort war wohl die Party. Kreischen, Johlen, Schreien, Singen. Andere können bestimmt besser singen. Nun eben von dieser Lautstärke wurde ich wach. Könnte mich ja dann auch im Schlafanzug auf den Flur stellen und einen typisch deutschen Nachbarn mimen. Könnte ich.

Obgleich die zu weckende Uhrzeit meines Handy auf 9.00Uhr gestellt war, ich blinzelte eine gute halbe Stunde zuvor durch das Fenster. Schnee. Hier in Graz. Nein! Die Dächer mit einem leichten Weiß bedeckt. Außentemperatur bei drei Grad. Unter Null. Die Sonne strahlt. Das sind dann so Momente, in denen ich mein Handwerkszeug vermisse. 

Also raus. Hübsch machen. Haarpflege. Gesicht mal wieder in Form bringen. Nach drei Tagen Schonfrist für die elektrische Rasierhilfe. Eben schnell rüber zum Einkaufsmarkt, denn der soll auch am Sonntag offen haben. Tatsächlich. Dann ein signifilkanter Diaglog zwischen dem Verkäufer V und mir M

M: Ich hätte gerne drei Mehrkornbrötchen

V: Des sin oalles Breehtchen. 

M: Ja, ich weiss. Ich möchte drei von diesen Vollkornbrötchen. [zeige auf die Brötchen, die ich meine.]

V: Noah, des sin Weltmeisterbreetchen.

M (denkend!): …kann mich nicht erinnern, dass Austria jemals Fußball-Weltmeister war. Aber dann die dicken Weltmeisterbreetchen backen. 

Schnell im Zimmer im Internet und nachgeschaut. Und: Österreich war noch nie Weltmeister. Ha!

Den Kaffee aus der Padmaschine genoss ich dann umso mehr. Nebenbei twitter und newsfeeds gelesen. Eine dieser Sonntagszeitungen aus Papier habe ich auch mitgenommen. Aus der Lobby. Da wo der freundliche Kaiser immer thront. Scheint aber ein Abo gewesen zu sein. Diese Sonntagszeitung. Steht zumindest eine Zimmernummer drauf. Egal. Eben ein Sonntagmorgen. 

Frische und Natürlichkeit aus Hannover

* admin - 5.03.2010 - 22:08 sortiert in beobachtet, das Leben, geclickt, gefunden, gelesen, mediales

Aus aktuellem Anlass seien einige Zeilen zu dem vor einigen Minuten geschehenen gestattet.

Ein “Pop-Küken” aus Hannover könnte Deutschland beim Eurovision-Song-Contest in Oslo in diesem Jahr vertreten. Eine gerade einmal 18-jährige Abiturientin aus Hannover. Meiner Heimatstadt. 

Sie hat das gewisse Etwas. Diese Natürlichkeit. Diese Freude beim Singen. Das Verschmitzte. 

Besonders cool waren ihre Worte bei der Vorstellung, wohl auf die Frage, ob sie schon angesprochen wird auf der Straße: 

Die Leute ziehen sich aus. Ich muss auf allen möglichen Körperstellen Autogramme geben. [Pause] Natürlich nicht. Vielleicht werde ich in der Woche zwei Mail angesprochen. 

Bei facebook sind heute abend auch die 9000 Fans auf der Lena-Fanseite geknackt worden. Sie und ihre Betreuuer und ihr vielleicht schon installiertes Management schauen hoffentlich weiterhin auf ihre Natürlichkeit. Ihre sympatische Ausstrahlung und ihre Frische. Keine Anstalten eines Stars. Die kommen sicherlich später bestimmt. 

Noch kann sie damit spielen, keine Gesangsausbildung und “keine Atemtechnik” zu haben, wie Stefan Raab das in jeder Show wiederholt. Irgendwann ist diese Masche sicherlich auch abgedroschen. Sie muss sicherlich die richtige Ausgewogenheit an melodischem, eingänglichem und auf der anderen Seite dem nicht allzu exotischem finden. 

Fairerweise sei aber erwähnt, dass alle anderen Teilnehmer des heutigen Viertelfinals auch nicht schlecht waren. Das waren allesamt Songs die vielleicht auf den ersten Blick fernab von Mainstream und Charts laufen. Dennoch haben alle Songs das gewisse Ohrwurm-Feeling gehabt. Schade ist sicherlich auch der mediale Push von der Lena. Die anderen kommen da sicherlich ein weinig zu kurz. Möglicherweise liegt das aber auch an einer, sicherlich nachzuvollziehenden, lokalpatriotischen Berichterstattung der beiden großen Hannoverschen Printmedien.

Die Hauptsache ist, das der Beitrag unserer Künstler/in den Nerv der Zuschauer trifft. Dann könnte Deutschland beim Eurovision Songcontest auch mal wieder “vorne” mitsingen. Wir werden es sehen. 

Zu wünschen wäre es ja. Auch für die Lena. 

“Jeden Tag mußte die Fahrt neu organisiert werden…”

* admin - 25.02.2010 - 14:58 sortiert in Graz, das Leben, fragwürdig, gelesen

Der Titel trifft auf mich bezogen weniger zu. Eine Nachricht aus der Heimat, genauer von einem Verwandten ersten Grades, ließ mich dann doch ein wenig schmunzeln. Die anfänglichen Probleme hier stellen sich als recht gering dar. 

Nur so einige Passagen, ohne mehr zu nennen: 

“Ghana war ein Survival-Tripp. Kein öffentlicher Nahverkehr und die Unterkunft ca. 30Km vor der Hauptstadt. Jeden Tag mußte die Fahrt in die Firma neu organisiert werden (Taxi, Mitfahrer, an die Straße stellen.) Jede Bretterbude mit 5 Konservendosen nannte sich Supermarkt.”

oder:

“In der zweiten Unterkunft (Jugendherberge) ca. 8qm und kein Fenster (dafür Top Lage , nur 100m von der Tower Bridge).”

oder

“Im nachhinein, wenn sie wieder zurück sind, werden solche Erlebnisse dann belacht. Andere Länder, andere Sitten (Standards)”

 

Danke an den Schreiber für diese Worte. Da kann ich wirklich zufrieden sein. Und nicht nur weil ich hier ein Fenster habe. Oder den Supermarkt direkt vor der Tür. Oder eine Bushaltestelle vor der Tür. ;-)